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  Chronik des Schützenvereins Schulenberg-Horstedt e.V.

Abschnitt von 1898 bis 1914

Am 11.06.1898 kamen in der Schule in Schulenberg 20 Männer zusammen und gründeten den Schützenverein Schulenberg-Horstedt. Es folgten in kurzen Abständen zwei weitere Versammlungen. In diesen drei Versammlungen wurden die Chergierten (Vorstand) gewählt, die Statuten beschlossen, über Anschaffungen beraten und der Verlauf des Schützenfestes festgelegt, das zwei Tage, am 17. und 18.07.1898, bei Gastwirt Ehlers in Schulenberg gefeiert werden sollte. Die Texte der ersten drei Protokolle werden im Original abgedruckt.

Was mag die Leute damals wohl bewogen haben, einen Schützenverein zu gründen? Der Chronist vermutet, es gab sicher mehrere Gründe dafür. Zum einen hatte die Landwirtschaft in der Gegend einen bedeutenden Aufschwung genommen. In dieser waren damals fast alle Leute tätig oder zumindest von ihr abhängig. Von daher ging es den Leuten etwas besser und ein bescheidener Wohlstand hatte sich eingestellt. Die Leute wurden sicher auch aufgeschlossener gegenüber anderen Begebenheiten. Ein gewisser Patriotismus spielte wohl auch eine Rolle. Man wollte es den Bürgerschützen (Harpstedt) oder der Gilde (Wildeshausen) nachmachen oder nahm diese zum Vorbild. Vor alllem aber wollte man den Schießsport betreiben, die Geselligkeit pflegen und Festlichkeiten veranstalten. In der Umgegend waren zu der Zeit schon einige Schützenvereine gegründet worden. So nahm der Schützenverein Schulenberg-Horstedt vor hundert Jahren seinen Anfang. Er hat zwei Weltkriege überstanden und war und ist ein bedeutender Verein in unserer Gemeinde.

Die Versammlungen fanden bis 1914 immer in der Schule in Schulenberg statt. Die Schule war der geographische Mittelpunkt der umliegenden Dörfer. Sie verfügte über zwei größere Klassenräume für je etwa 50 Schüler. Mit den Schulbänken müssen die Versammlungsteilnehmer ja wohl zurechtgekommen sein. Es wurden im Jahr zwei Versammlungen abgehalten, eine vor dem Schützenfest und eine vor dem Schützenball. Das Schützenfest wechselte von Gastwirt Ehlers in Schulenberg im nächsten Jahr zu Gastwirt Meyer in Horstedt. Ebenso wechselte auch der Schützenball.

Auf die Eintragungen des ersten Protokollbuches, es reicht bis 1914, soll etwas ausführlicher eingegangen werden.

Der erste Schützenkönig des Vereins wurde Heinrich Nordbruch aus Wunderburg. Das Schützenfest wurde am Sonntag und Montag gefeiert.

Auf der Versammlung am 14.01.1899 wurde beschlossen, den Ball am 22.01. bei Gastwirt Meyer zu feiern. Als Tanzordner wurden Barjenbruch und Wichmann gewählt. Der Kassierer Rohlfs erhält für seine Mühe 5 Mark. Das Komitee besorgt die Musik: 6 Mann. Als Lustbarkeitssteuer zahlt der Verein 8 Mark und der Wirt 12 Mark. Eine Königskette soll vom Verein gekauft werden. Die Schilder dazu muß der König bezahlen. Die Säbel für die Chergierten soll Haake besorgen.

Auf der Versammlung am 18.01.1900 wurden für den Ball als Tanzordner H. Huntemann, Schulenberg, und H. Barjenbruch, Prinzhöfte, gewählt. Beide erhalten je 3 Mark. Der Kassierer Heinrich Schnepel, Horstedt, erhält 5 Mark. Der Ball soll um 3 Uhr nachmittags beginnen.

1901 wurde als Beitrag 2 Mark erhoben. Weiter wurde beschlossen, daß 100 Vereinsabzeichen besorgt werden sollen. Das Schützenfest soll ab 1901 immer am Sonntag vor Pfingsten stattfinden. Die Musikkapelle soll 8 Mann stark sein und je Mann 8 Mark bekommen. Budenbesitzer bezahlen 3 Mark Platzgeld.

Am 04.03.1902 wurde beschlossen, daß Vereinsmitglieder über 60 Jahre nicht mit ausmarschieren brauchen. Ferner sollen 20 neue Gewehre angeschafft werden. Bei den Gewehren handelt es sich um Holzgewehre. Diese wurden bei den Ummärschen mit Blumen geschmückt. Dieses ist bis heute so beibehalten worden. Die neuen Mitglieder erhalten die Abzeichen und Gewehre gratis, haben aber dafür aufzukommen. Über die Mitgliederzahlen liegen keine Angaben vor. Es dürften aber so um die 90 gewesen sein.

Auf der Versammlung am 08.05.1904 wurde festgelegt, das Antreten ist am 1. Tag bei Schmerdtmann um 14.30 Uhr und am 2. Tag bei der Schule um 9.30 Uhr. Die Fahne trägt Joh. Schulenberg. Wer beim Antreten zu spät kommt, muß 0,50 Mark Strafe zahlen. Daraus kann man ersehen, daß Wert auf Pünktlichkeit und Ordnung gelegt wurde. Dem König wurden 20 Mark bewilligt. Tanzordner sollten sein H. Barjenbruch, D. Weseloh und Joh. Ahrens. An der Versammlung nahmen etwa 40 Mitglieder teil.

Die Versammlung am 14.01.1906 wird im Original wiedergegeben:

"Zu der heutigen Versammlung, welche in hiesiger Schule anberaumt war, zwecks Beratung einiger Punkte des Vereins hatten sich etwa 70 Mitglieder versammelt.
1. wurden Beiträge bezahlt. 2. fand die Neuwahl der Chergierten statt: Chr. Strodthoff, Horstedt, ist als Ehrenmitglied übergetreten, ferner D. Ordemann, Horstedt, und H. Stöver, Horstedt.
Für diese aktiven Chergierten sind wiedergewählt: Heinr. Strodthoff, Horstedt, als Oberschütze und Komitemitglied Joh. Thöle, Schulenberg, als Oberschütze, Joh. Kieselhorst, Schulenberg, als Leutnant. Der Ball wird am 21. des Monats beim Gastwirt Ehlers in der selben Weise wie immer gefeiert. Anfang 3 Uhr Nam. Nachdem wurde noch beschlossen für kommende Jahre den Schützenball stets am 31. Dezember zu feiern."


Das war wohl der erste Wechsel im Vorstand und sicher aus Altersgründen. Ab welchem Alter man Ehrenmitglied wurde, ist nicht erwähnt, sie sollen 1 Mark bezahlen.

An der Versammlung am 20.12.1908 nahmen 72 Mitglieder teil. Dabei gab es erneut Veränderungen. Neugewählt wurden Fr. Kieselhorst als Fahnenjunker, Heinr. Stöver, Horstedt, als Leutnant, Heinrich Huntemann, Prinzhöfte, als Rechnungs- und Schriftführer. Er löste Joh. Kieselhorst ab, der das Amt wohl aus Altersgründen abgab. Der Ball an Silvester soll um 5 Uhr beginnen. Tanzbänder Herren 1,25 M., Damen 0,30 M. Interessant ist der erhebliche Preisunterschied zwischen den Tanzbändern für die Herren und Frauen. Warum die Frauen weniger zu zahlen hatten, darüber lassen sich nur Vermutungen anstellen. Vielleicht sollte das ein Anreiz zum Besuch der Feste sein. Auffällig ist auch das Verhältnis des Jahresbeitrags von 1 bis 2 Mark zu dem Entgelt für die Tanzbänder, das fast gleich hoch war.

1909 wurde ein Gerke aus Harpstedt als Lademeister gewählt. Ins Komite wurden neu gewählt Heinrich Huntemann und Bernhard Stolle. 1910 wird als Lademeister ein Barlage aus Harpstedt genannt. 1911 dann wieder Gerke aus Harpstedt. Diese waren wohl für das Schießen auf den Schützenfesten verantwortlich. Sicher mußten sie auch die Gewehre und die Anzeiger stellen. Zum Silvesterball 1910 sollte die Ippener Kapelle spielen. Diese Kapelle spielte in den nächsten Jahren immer auf den Festen.

Weiter ist vermerkt, daß Mitglieder, die auf der Generalversammlung nicht den Beitrag bezahlen, dann das Doppelte zahlen sollen. Zum Schützenfest 1912 am 19. und 20.05. soll am ersten Tag um 15.00 Uhr und am 2. Tag um 12.00 Uhr beider Tage bei der Schule angetreten werden. Fahnenträger war Johann Lahring. Für die Ippener Musikkapelle werden für beide Tage 112 Mark bewilligt. Der Silvesterball 1912 fand bei Gastwirt Heitmann, Harpstedt, Klein Amerika, statt.

Am 21.05.1913 war eine Versammlung einberufen zwecks einer Ausflugsfahrt. Von 90 anwesenden Mitgliedern wurde beschlossen, eine Fahrt nach Bremerhaven zu unternehmen. Die Bahn- und Schifffahrt hin und zurück übernimmt die Vereinskasse. Herr Lehrer Witte wurde beauftragt, die Regulierung der Fahrt zu übernehmen. Es haben sich etwa 150 Personen angemeldet. Die Fahrt beginnt um 6 Uhr früh am Bahnhof Harpstedt.

Am 14.12.1913 wurde eine Beitragserhöhung von 1 auf 2 Mark beschlossen. Danach ist ersichtlich, daß die Beiträge je nach Kassenlage verändert wurden. Es wurde beraten und beschlossen, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen, und im nächsten Sommer soll eine Fahnenweihe stattfinden. Der Silvesterball soll bei Gastwirt Ehlers stattfinden. Dafür soll der Wirt dem Verein 20 Mark zahlen. Für die Musik wurde die Ippener Kapelle gewählt und erhält dafür 48 Mark.

Auf einer Versammlung im Februar 1914 wurde beschlossen, die Fahnenweihe des Vereins am 24.05. und das Schützenfest am 07. und 08.06. zu feiern. Beide Feste sollen bei Gastwirt Ehlers stattfinden, unter der Bedingung, daß der Wirt für die Fahnenweihe dem Verein 120 Mark und für das Schützenfest 20 Mark zuzahlt. Danach ist zu ersehen, daß die Fahnenweihe in größerem Rahmen mit den umliegenden Vereinen gefeiert wurde. Die damals geweihte Fahne ist dem Verein erhalten geblieben. Das Schützenfest 1914 ist wohl die letzte Veranstaltung vor dem 1. Weltkrieg gewesen.

Bei jeder Gastwirtschaft in Schulenberg und in Horstedt war ein Schießstand vorhanden, der von den Gastwirten unterhalten werden mußte. Manchmal ist der Verein wohl dabei behilflich gewesen. So ist einmal vermerkt, daß dem Gastwirt Meyer für die Verbesserung des Schießstandes 25 Mark bewilligt wurden. Der König wurde in der Regel immer am 2. Schützenfesttag abgeholt. Er bekam auch ein Entgelt, 10 bis 20 Mark.

Es ist mehrmals erwähnt, daß die Festlichkeiten im Hoyaer Wochenblatt - Syker Zeitung bekanntgemacht werden sollen. In den Versammlungen zu den Schützenfesten wird des öfteren erwähnt, die Pfeifer bleiben dieselben und erhalten 3 Mark je Mann. Wieviele es sind, wird nicht erwähnt. Wahrscheinlich sind auch Trommler dabeigewesen. Vielleicht ist daraus ein Spielmannszug hervorgegangen, der in den 20er und 30er Jahren ja bestanden hat.

Der Hauptmann Johann Schmerdtmann war der Großvater des späteren Hauptmanns (ab 1950) Johann Strodthoff. Der Rechnungs- und Schriftführer Johann Kieselhorst war der Besitzer des Hofes in Schulenberg, später Fritz Hespe, jetzt Zentrum Prinzhöfte.

(aufgezeichnet durch Bernhard Wöbse und entnommen aus der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Schützenvereins Schulenberg-Horstedt e.V.)



Rückblick über die Zeit von 1919 bis 1939

Als ältestes Vereinsmitglied berichte ich über das Vereinsgeschehen ab 1919. Da das Protokollbuch für diese Zeit während des 2. Weltkrieges verlorengegangen ist, möchte ich einige Erinnerungen und Übermittlungen wiedergeben. Die erste Veranstaltung des Schützenvereins nach dem Krieg war ein Silvesterball bei der Gastwirtschaft Meyer. Im gleichen Jahr war am 18.05. ein Abtanzball für Kinder ebenfalls bei Gastwirt Meyer. Danach ist der Verein wohl 1919 wieder aktiv geworden. Es ist anzunehmen, daß der Vorstand von 1914 in seinen Ämtern bestätigt wurde. Das erste Schützenfest fand 1920 am 30. und 31.05. bei Gastwirt Meyer statt. 1921 war das Schützenfest bei Gastwirt Ehlers (heute Döpke) in Schulenberg. Das ist wohl das letzte Fest dort gewesen. Warum die Festlichkeiten dort aufgegeben wurden, ist nicht bekannt. In der nächsten Zeit fanden die Vereinsfeste immer bei Gastwirt Meyer statt.

Damals wurde viel Wert darauf gelegt, daß die Kinder nachmittags tanzten. Kinder, die sich davor drücken wollten, wurden von einem der Musiker wieder auf die Tanzfläche geholt. Für die Kinder gab es im Abstand von einigen Jahren Tanzkurse. So gab es 1925 einen Abtanzball. Die Feste damals waren immer gut besucht. So viele Veranstaltungen wie heute gab es nicht. Das Schützenfest und der Silvesterball waren die Hauptfeste. Bei diesen Festen war es auf der Tanzfläche immer sehr voll. Darum wurden die Paare getrennt, wofür die Tanzordner zuständig waren. Mit einem Seil wurde die Absperrung vorgenommen. Dabei mußte ein Teil der Leute auf dem Seitengang warten. So ging das Tanzen mit Ablösung vonstatten, man nannte es Solo machen. Fast alle Dorfbewohner nahmen an den Festen teil. Auf den Höfen gab es zu der Zeit viele Bedienstete. Auch vor der Theke war es immer voll. Für 1 Reichsmark gab es 10 Schnäpse oder 7 Biere. Leider gab es auch manchmal Schlägereien, die dann die fröhliche Stimmung störten.

Das im Jahre 1909 erbaute Saalgebäude wurde im Laufe der Jahre verbessert und verschönert. Im Sommer wurde es als Scheune genutzt. Dazu wurden Kanthölzer auf die Dielen gelegt, und darauf eine Lage Fichtenstangen. Auf diese Fichtenstangen wurden dann die Roggengarben gepackt. Durch den Hohlraum wurde der Saalboden geschützt. Im Herbst mußte dann fleißig gedroschen werden, und Ende November wurde die Scheune wieder als Saal hergerichtet. Das kostete viel Zeit, Mühe und Arbeit. 1932 wurde von der Familie Meyer eine große Scheune gebaut, und der Saal konnte seitdem nur noch zu den Festlichkeiten genutzt werden. Er wurde im Laufe der Jahre verbessert, und durch Bauarbeiten von innen und außen auf den heutigen Stand gebracht. Viele Vereins- und Familienfeiern haben im Laufe der Jahre darin stattgefunden. So viel zum Wandel und zur Erhaltung des Saalgebäudes der Gaststätte Meyer. Diese ist mit dem Saal für das Vereinsleben des Schützenvereins und auch für unsere Gemeinde Prinzhöfte notwendig und sollte erhalten bleiben.

Außer dem Saalgebäude ist noch die Schießhalle zu erwähnen. Sie stand dicht am Saal, und es waren darin zwei Stände eingerichtet. Die Bedienung dort wurde von der Saaltheke aus gemacht. Die Schußrichtung ging neben den Weg in Richtung Süden. Es wurde damals auch mit Karabiner auf 100 m geschossen. Beim Kugelfang war eine Mauer mit zwei Scheiben und zwei Uhren. Dahinter saßen zwei Männer. Sie mußten die Scheiben bewegen, um die Einschüsse abzulesen und mit dem Uhrzeiger die getroffenen Ringe anzeigen. Die Schußlinie war mit Holzblenden gesichert, damit kein Schuß ins Gelände gehen konnte. Die Schießhalle wurde sonst als Geräteschuppen, später als Autogarage genutzt. Zum Schützen- und Kriegerfest sowie zum Übungsschießen wurde sie umgestaltet. Sie wurde bis zum Neubau der Schießanlage so genutzt.

Im Jahre 1923 verstarb der langjährige Vereinsvorsitzende und Hauptmann Johann Schmerdtmann, Schulenberg. Er verstarb im Alter von 64 Jahren und war, wie aus einem Bericht der Syker Zeitung vom 07.08.1923 hervorgeht, eine sehr angesehene Persönlichkeit. Wegen seiner vornehmen Gesinnung und seines freundlichen, zuvorkommenden Wesens erfreute sich der Verstorbene großer Achtung und Beliebtheit in der Bevölkerung. Längere Jahre bekleidete er eine Reihe von Ehrenämtern, die er mit vorbildlichem Pflichtgefühl versah. Er gehörte zu den führenden Mitgliedern im Kreistage des Kreises Syke von 1900 bis 1921, war von 1902 bis 1919 Kreisausschußmitglied und war außerdem noch in sonstigen Ehrenämtern des Kreises tätig.

Aber auch in seinem Heimatdorf stand er an der Spitze des Gemeindewesens. 20 Jahre hat Herr Schmerdtmann in vorbildlicher und selbstloser Weise die Geschäfte der Gemeinde als Gemeindevorsteher verwaltet und stets das Wohl der Gemeinde gefördert, so in der Syker Zeitung. Danach ist anzunehmen, daß der Verstorbene auch an der Gründung des Schützenvereins 1898 maßgeblich beteiligt war.

Sein Nachfolger als Vereinsvorsitzender wurde Hermann Strodthoff, Horstedt. Dieser führte den Verein bis zum Kriegsende umsichtig und geradlinig. Einen anderen Wechsel im Vereinsvorstand gab es 1928. Der Schrift- und Kassenführer Heinrich Huntemann, Prinzhöfte, übergab seinen Posten an seinen Schwiegersohn Heinrich Meyer. Dieser nahm später den Namen Huntemann an.

Für uns Kinder und Jugendliche war auf dem Schützenfest die Krönung des neuen Königs ein besonderes Erlebnis. Sie wurde meistens, wenn das Wetter es erlaubte, draußen im Freien durchgeführt, von guten Reden begleitet und feierlich vollzogen. So war für uns das Schützenfest ein besonderes Ereignis, auf das wir uns schon lange freuten.

In der Zeit vor dem Krieg gab es schon einen Spielmannszug. Weitere Daten darüber, wieviel Mitglieder er hatte und seit wann er bestand, sind nicht bekannt. Der Tambourmajor zu der Zeit war Johann Strodthoff, Schulenberg. Mit dem Kriegsausbruch 1939 ruhte dann für 10 Jahre das Vereinsleben.

(aufgezeichnet durch Fritz Meyer und entnommen aus der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Schützenvereins Schulenberg-Horstedt e.V.



Zeitabschnitt ab 1950 bis 1998

Im Januar 1950 wurde auf einer Versammlung bei Gastwirt Meyer die Wiedergründung des Schützenvereins und Wiederaufnahme des Vereinslebens beschlossen. Zum 1. Vorsitzenden und Hauptmann wurde Johann Strodthoff, Schulenberg, gewählt. 2. Vorsitzender und Oberleutnant wurde Heinrich Mahlstedt, Horstedt, Kassen- und Schriftführer Heinrich Huntemann, Prinzhöfte, und dessen Stellvertreter Erich Ideker, Horstedt, beide im Range eines Leutnants. Es wurde beschlossen, das Schützenfest wie früher am Sonntag und Montag vor Pfingsten zu feiern. Als erster König wurde Hermann Bahrs, Stiftenhöfte, abgeholt. Dieser hatte die Königskette als letzter König von 1939 in Verwahrung gehabt. Ihm ist es zu verdanken, daß die Kette dem Verein erhalten blieb.

Der Schießstand war wieder hergerichtet worden, der Schießbetrieb von den Engländern wieder erlaubt. Gewehre besaß der Verein keine mehr. Karl Vollmer aus Harpstedt bot sich an, mit Gewehren zu kommen. Damit konnte auf dem Schützenfest um den König und um Preise geschossen werden. Vollmer stellte auch die Scheibenanzeiger und war der 1. Schießwart des Vereins. Die Wiedergründung fand reges Interesse. Es traten viele Einwohner dem Verein bei, darunter auch Vertriebene. Die Feste der ersten Jahre waren immer gut besucht, manchmal auch überfüllt. Zu der Zeit wohnten in unseren Dörfern beträchtlich mehr Leute.

Die Ausrichtung eines Erntefestes übernahm der Schützenverein. Dafür verzichtete er auf den Ball an Silvester. Zum Erntefest wurden aus jedem Dorf Erntewagen geschmückt, und damit in einem Umzug die Erntekrone abgeholt. Die Fahrt mit dem Erntewagen wurde nach mehreren Jahren aufgegeben.
Das Fest wurde aber weiterhin veranstaltet. Danach wurden dann die Kinder mit den Lehrern von der Schule abgeholt. Diese führten mit den Kindern am Nachmittag verschiedene Spiele durch. Nach Auflösung der Schule wurden die Kinder weiterhin von dort abgeholt.

1961 wurde die 1. automatische Scheibe angeschafft. Als weitere Schießwarte wurden Artur Ordemann und Heinrich Stöver gewählt. Im gleichen Jahr wurde zwischen Vertretern der Vereine Simmerhausen, Wohlde-Mahlstedt und Schulenberg-Horstedt beschlossen, einen Wanderpokal unter den drei Vereinen auszuschießen. Dieses Schießen wird einmal im Jahr durchgeführt und wechselt unter den drei Vereinen. Seit einigen Jahren nehmen auch Frauenmannschaften daran teil.

1963 übernahm Johann Bruns, Schulenberg, den Posten eines Schrift- und Kassenführers von Heinrich Huntemann, der zum Ehrenvorstandsmitglied ernannt wurde. Das Schützenfest wurde ab da am Sonnabend und Sonntag gefeiert. 1964 wird die Aufstellung einer Schießgruppe beschlossen, und es werden Übungsschießen durchgeführt. Für die Kinder wird am Erntefestabend erstmals ein Laternenumzug veranstaltet.

1966 löst Rolf Strodthoff Heinrich Stöver als Schießwart ab. 1967 wird angeregt und beschlossen, einen Wanderpokal beim Erntefest zwischen dem Schützenverein, Spielmannszug, Kriegerverein und den Feuerwehren Kl. Henstedt und Prinzhöfte-Horstedt auszuschießen. Auf der Generalversammlung 1969 gibt Heinrich Mahlstedt seinen Posten als 2. Vorsitzender ab. Zu seinem Nachfolger wird Bernhard Wöbse gewählt. Weiter wurde beschlossen, daß die Königsscheibe beim König bleiben soll, wenn dieser eine neue Scheibe anfertigen läßt. Die Königsscheibe wird seit 1963 vom Vorstand und Spielmannszug dem neuen König überbracht. Davor übernahm das die jeweilige Nachbarschaft. 1970 wurde Heinrich Hövemann für Artur Ordemann als Schießwart gewählt. Mit der Einführung eines Ehepaarschießens 1972 nahmen erstmals Frauen am Schießen teil.

1973 gab es einen Wechsel in der Vereinsführung. Der langjährige Vorsitzende Johann Strodthoff verzichtete aus Altergründen auf eine Wiederwahl. Zu seinem Nachfolger wurde Bernhard Wöbse gewählt und zum neuen 2. Vorsitzenden Heinrich Stolle, Horstedt. Johann Strodthoff wurde zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Eine zweite automatische Scheibe wurde 1974 angeschafft mit finanzieller Unterstützung von Else Meyer und Jürgen Schad. Für die Kinder wurde im selben Jahr erstmals ein Königsschießen durchgeführt, und der 1. Kinderkönig war Hartmut Siemers. Mit der Durchführung waren Gerhard Grau und Horst Meyer betraut worden. Beide waren dazu als Jugendwarte in den Vorstand gewählt worden. Die Königskette für die Kinder wurde von Uhrmacher Pestrup, Harpstedt, gestiftet. 1976 wurde Walter Kieselhorst für Erich Ideker in den Vorstand gewählt. Der Verein wurde ins Vereinsregister eingetragen.

Auf der Generalversammlung 1977 wurde beschlossen, auch Frauen im Verein aufzunehmen. 25 Frauen wurden sofort Mitglied. Als deren Vertreterin wurde Almut Bahrs und als ihre Stellvertreterin Hildegard Ehlers in den Vorstand gewählt. Die Frauen nahmen nun rege an den Schießwettbewerben teil. Um diese besser bewältigen zu können, wurde in der Schießhalle ein vierter KK-Stand eingerichtet. Die Damen schossen ihre eigene Königin aus und bekamen eine Königinnenkette. Erste Königin wurde Helga Hohnholz.

Bei den Kindern gab es ab 1978 für die Mädchen mit Kerstin Thöle ebenfalls eine eigene Königin. Für 1978 wurde Almut Bahrs die erste Vereinsmeisterin der Damen. Bei den Schützen war der erste Vereinsmeister 1975 Rolf Strodthoff. Ermittelt werden diese in zwei Durchgängen. Einmal beim Frühjahrsschießen und einmal beim Herbstschießen. Für die Jugendlichen von 16 bis 21 Jahren wird ab 1978 auf dem Schützenfest ein Pokal für den Jugendbesten ausgeschossen.

Es werden außer Schützenfest und Erntefest noch das Frühjahrsschießen, Pokalschießen (Wanderpokale), Paareschießen, Pokalschießen (Vereine) und das Herbstschießen veranstaltet. Im Nachhinein ist festzustellen, daß die Aufnahme der Frauen für das Vereinsleben eine Bereicherung ist.

Auf der Generalversammlung 1978 wurde Manfred Thöle zum 2. Vorsitzenden gewählt, für den aus gesundheitlichen Gründen ausscheidenden Heinrich Stolle. Aus Anlaß des 80jährigen Bestehens des Vereins fand ein Schützenball statt, verbunden mit einem Konzert der "Prager".

1979 wurde Heinrich Ehlers zum Fahnenträger für Erwin Rudolph gewählt, zu seinem Stellvertreter Fritz Baumgarten. 1980 wurde der Vorstand um den Posten des Schießsportleiters erweitert, wozu Heinrich Hövemann gewählt wurde. Als neuer Schießwart wurde Detlef Hohnholz gewählt. Für die Damen wurde Erika Wenke als Schießwartin gewählt. 1981 stellte sich der langjährige Kassen- und Schriftführer Johann Bruns nicht wieder zur Wahl. Das war Anlaß, den Posten zu teilen. Neue Kassenführerin wurde Almut Bahrs und neuer Schriftführer Walter Kieselhorst.

Auf einer außerordentlichen Generalversammlung am 16.06.1980 wurde der Neubau einer Schießanlage beschlossen. Der Vorstand und ein Bauausschuß wurden mit den Vorbereitungen beauftragt. Auf der nächsten Versammlung 1981 wurde die Zeichnung vorgestellt und beschlossen, den Bauantrag zu stellen. Dazu mußte ein sicherheitstechnisches und ein Lärmimmissions-Gutachten eingeholt werden. Das Grundstück wurde von der Familie Bahrs durch einen Erbbauvertrag zur Verfügung gestellt. Der Bau wurde notwendig, weil der Verein Ende der 70er Jahre einen erheblichen Mitgliederzuwachs (Damen und Jugendgruppe) bekam und die Anlage nicht mehr den Sicherheitsbestimmungen entsprach. Die Eigenbeteiligung der Mitglieder wurde festgelegt. Die Schützen sollen sich mit Arbeitsleistung und einer Umlage, die Frauen nur mit einer Umlage und die Jugendlichen nur mit Arbeitsleistung beteiligen.

Am 23.09.1981 wurde mit den ersten Arbeiten begonnen. Am 10.10. war Grundsteinlegung und Beginn der Maurerarbeiten. Dann ging es mit den Arbeiten zügig voran, so daß am 06.11. Richtfest gefeiert werden konnte. Nach einer Winterpause wurden die Arbeiten im März 1982 wieder aufgenommen. Nach einjähriger Bauzeit war im September bis auf Kleinigkeiten alles fertiggestellt. Zum Erntefest 1982 wurden die örtlichen Vereine eingeladen und die Anlage in Betrieb genommen. Die offizielle Einweihung war am 2. Schützenfesttag 1983 mit den Schützenvereinen aus der Umgebung und geladenen Gästen.

Für den Bau waren vom Verein und seinen Mitgliedern erhebliche Anstrengungen nötig. Die gesamte Baumaßnahme mit Nebenkosten und der Inneneinrichtung kostete 145.000 DM. Dafür erhielt der Verein Zuschüsse von je 22.000 DM von der Gemeinde Prinzhöfte und der Samtgemeinde. Ferner einen ansehnlichen Betrag an Spenden aus der Einwohnerschaft, von der Geschäftswelt und von der Gaststätte Meyer-Bahrs. Außerdem wurde ein Kredit von 20.000 DM aufgenommen. An Eigenleistung wurden 3.300 Stunden erbracht. Hier ist besonders Klaus Wenke zu erwähnen. Er war für die Maurerarbeiten und die Einteilung der Arbeiten zuständig.

Die Schützenhalle hat eine Grundfläche von insgesamt 195 qm. Davon ist der Gewehrstand von 3 x 8 m mit sechs KK-Ständen 24 qm und der Luftgewehrstand von 4,50 x 11 m mit zwei Ständen 50 qm groß. Im Scheibenstand von 2 x 8 m stehen drei Automaten. Die Halle wird auch für Feierlichkeiten und andere Zecke wie Versammlungen für Behörden und Gemeinden und für die Feuerwehr zur Verfügung gestellt. Unserem Spielmannszug und den Harpstedter "Pragern" dient sie als Übungsraum. Somit wird die Halle in vielfältiger Weise genutzt. Für das Vereinsleben und den Schießbetrieb sind mit dem Bau optimale Bedingungen geschaffen worden.

Zum Erntefest 1981 wurde nach längeren Jahren wieder eine Erntekrone abgeholt. Diese wurde von den Schulenbergern gebunden und vom Hof Strodthoff abgeholt. Das Binden und Abholen wechselt zwischen den einzelnen Ortschaften.

1982 wurde eine Satzungsänderung beschlossen. Damit hat der Verein die Gemeinnützigkeit erhalten.

1983 schied Manfred Thöle als 2. Vorsitzender aus dem Vorstand aus. Für ihn wurde Johann Bruns jun. gewählt. Im September wurde erstmals ein Pokalschießen mit Vereinen aus der Umgegend durchgeführt. 1986 wird Jan Wenke zum Schießwart für Rolf Strodthoff gewählt.

1987 wird erstmals ein Preisdoppelkopf veranstaltet. Dafür zuständig sind Gerhard Grau und Almut Bahrs. Zwei Königstafeln werden von Helmut Bahrs gestiftet und mit allen bisherigen Königen und Königinnen beschiftet. Ehrungen für langjährige Vereinszugehörigkeit für 50 und 60 Jahre werden zum ersten Mal 1989 vorgenommen, in den nächsten Jahren auch für 40 Jahre und ab 1994 für 25 Jahre Vereinszugehörigkeit.

Auf der Generalversammlung 1988 macht Walter Kieselhorst den Vorschlag, eine neue Vereinsfahne anzuschaffen und dafür eine Spendenumlage durchzuführen. Innerhalb eines Jahres ist dadurch ein ansehnlicher Betrag zusammengekommen. So gab es 1989 den Beschluß für eine neue Fahne. Damit kann die alte Fahne aus dem Jahre 1914 geschont werden und dem Verein erhalten bleiben. Die neue Fahne wurde in Anlehnung an die alte entworfen. Das neue Wappen der Gemeinde Prinzhöfte wurde auch darauf dargestellt. Der Hersteller hat auch die Ärmelabzeichen für die Schützenjacken geliefert. Die Fahnenweihe wurde am 2. Schützenfesttag 1990 mit neun umliegenden Schützenvereinen gefeiert.

Bei den Wahlen 1990 gab es einige Veränderungen. Für Walter Kieselhorst wurde Karin Brinkmann als Schriftführerin, für Erika Wenke Käte Hüncke als Schießwartin und für Detlef Hohnholz Heinz-Günter Meyer als Schießwart gewählt. 1991 übernahm Heinrich Bruns den Posten des Kassenführers von Almut Bahrs. Zur neuen Damensprecherin wurde Hildegard Ehlers gewählt. Bei den Wahlen werden turnusmäßig alle 4 bis 5 Jahre zwei bis drei Vorstandsmitglieder neu gewählt. 1993 stellte sich Johann Bruns nicht zur Wiederwahl. Für ihn wurde Ulf Hoffmann zum 2. Vorsitzenden gewählt. Neuer Schießwart wurde Hartmut Wenke.

Die Schützenhalle wurde 1995 renoviert. Decke und Wände wurden gestrichen. Die Wände bis Fensterhöhe wurden mit Profilholz verkleidet. Dadurch bekam die Halle ein freundlicheres Aussehen. 1997 wurde der Beschluß gefaßt für den Bau einer Toilettenanlage zur Größe von ca. 40 qm. Nach einer Genehmigung wurde im Herbst mit den Arbeiten begonnen. Dazu war ein Bauausschuß gebildet worden.

Beim Schützenfest 1997 wurden Vereinsbilder gemacht, vom Gesamtverein, von der Damengruppe und vom Spielmannszug. Das Gruppenbild ziert heute diese Internetseite. Die Damengruppe feierte am 07.06.1997 vereinsintern ihr 20jähriges Bestehen.

Unsere Schießmannschaften nahmen an vielen Pokalschießen teil. Dabei wurde ein stattliche Anzahl Pokale errungen. An verschiedenen Jubiläumsfesten und Fahnenweihen nahm der Verein teil.

Das Schützenfest ist wohl immer der Höhepunkt im Vereinsleben, und hier besonders der zweite Tag mit dem Abholen des Königs und dem danach folgenden traditionellen Katerfrühstück. Dabei können sich alle Teilnehmer wieder stärken für das anschließende Königsschießen.

So ist das Vereinsleben in der zurückliegenden Zeit durchweg gut verlaufen. Der Verein hat in seinem 100jährigen Bestehen viel Tradition und Althergebrachtes bewahrt. Er hat sich aber auch den Umständen entsprechend Neuerungen aufgeschlossen gezeigt.

Möge der Verein in seinem neuen Jahrhundert immer mit Umsicht und Beständigkeit geführt werden, so braucht uns um seine Zukunft nicht bange werden.

(aufgezeichnet durch Bernhard Wöbse und entnommen aus der Festschrift zum 100-jährigen Bestehen des Schützenvereins Schulenberg-Horstedt e.V.









 
           
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